Homoeopathia viva

Einzelheft 1/2006

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Aconitum napellus, Clematis recta, Helleborus niger, Pulsatilla pratensis, Ranunculus bulbosus, Staphisagria ...
Der Verlag schreibt: Gemeinsamkeiten der Hahnenfußgewächse - Arzneimittelbilder von... mehr
Produktinformationen "Einzelheft 1/2006"
Hahnenfußgewächse
Beschreibung

Der Verlag schreibt:

Gemeinsamkeiten der Hahnenfußgewächse - Arzneimittelbilder von Ranunculus bulbosus und Actaea spicata
Ein neun Seiten umfassender Artikel widmet sich der Familie der Hahnenfußgewächse aus homöopathischer Sicht. Neben den Polychresten Aconitum, Pulsatilla und Staphisagria finden auch seltener verordnete Arzneien wie Hydr. oder Helleborus niger gebührende Beachtung. Zusätzlich werden die Arzneimittelbilder der Hahnenfußgewächse Ranunculus bulbosus und Actaea spicata (Christophskraut) dargestellt.

Aconitum napellus (Sturmhut, Eisenhut)
Gleich zwei Fälle dokumentieren die Heilkraft von Aconitum napellus. Beiden ist gemeinsam, dass der potenzierte Eisenhut als chronische Arznei und nicht als Akutmittel verordnet wurde. Natürlich zeigt sich auch bei chronischen Fällen die Symptomatik in typischer Aconitum-Manier: Plötzlichkeit und Intensität, begleitet von ausgeprägter (Todes-)Angst. Die Beschwerden der Patientin von Carmen Post (Pliezhausen) waren innere AufgewühltheitSchlafstörungen mit Unruhe und Angstgedanken in einer Trennungssituation und Heuschnupfen, die der Patientin von Karl Nolden (Aachen) nächtliche Kopfschmerzen mit Furcht vor einem Schlaganfall. Die Nachbeobachtungszeit der beiden Fällen liegt bei drei bzw. acht Jahren.

Helleborus niger (Christrose)
Wie Aconitum napellus ist auch Helleborus niger mit zwei Beiträgen vertreten. Beim Fall von Karl-Josef Müller (Zweibrücken) besserten sich bei der jungen Patientin neben der Erkältungsanfälligkeit auch das Sozialverhalten (Zorn, jammern, schlagen). Hinweisend auf Helleborus war bei diesem Kind ein starrer Blick, der bei verschiedenen Auslösern (Fieber, Enttäuschung, Schreck) aufgetreten war. Möglicherweise liegt die Wurzel dieses Zustandes bei der Mutter, die aufgrund schwerwiegender Dissonanzen mit dem Kindesvater während der Schwangerschaft so deprimiert war, dass sie oft nur gleichgültig die Wand anstarrte. Der zweite Fall von Ralf Almasto Burmeister (Hamburg) beschreibt die Behandlung eines fünfjährigen Jungen mit epileptischen Anfällen und diversen Automatismen. Helleborus, verordnet in ansteigenden Q-Potenzen, bewirkte eine allmähliche Besserung, so das nach einem Jahr gar keine Krampfanfälle und Absencen mehr vorhanden waren. Das Kopfschlagen hatte sich zu diesem Zeitpunkt zu 80 % gebessert. In den nächsten fünf Jahren kam es nur noch zu einem epileptischen Anfall, zu der Zeit, als sich seine Eltern trennten. Absencen traten aber nie wieder auf, und bei den gelegentlich auftretenden akuten Erkrankungen half Helleborus stets zuverlässig.

Pulsatilla pratensis
Übermäßiges Weinen“ lautet der Titel des ersten Pulsatilla-Falles von Birgit Nalepa (Waldmohr). Neben der Tendenz schnell in Tränen auszubrechen besserten sich bei der Patientin auch das Kloßgefühl im Hals, die Brustspannung und die Erkältungsneigung. Auch Blasenentzündungen traten nicht mehr auf.

Der zweite Fall von Karl Nolden (Aachen) gibt die Behandlung eines erwachsenen Mannes wieder, der wegen gichtiger Beschwerden Pulsatilla erhalten hatte. Eine Eingrenzung der in Frage kommenden Arzneien erfolgte aufgrund der wandernden Gelenkschmerzen, den Ausschlag für Pulsatilla pratensis gab sein sanftes und nachgiebiges Wesen wie auch folgendes Symptom aus dem „Complete Repertory“: Gemüt – Furcht – allgemein – Homosexualität, vor.

Staphisagria (Delphinium staphisagria)
Dokumentation einer zweieinhalb Jahre andauernden Behandlung eines überempfindlichen und konfliktscheuen 10-jährigen Jungen mit häufigen Bauch- und Kopfschmerzen, der neben seiner Hauptarznei Staphisagria zwischenzeitlich auch die Ergänzungsmittel Caust. und Coloc. benötigte (Behandlerin: Gertraude Kittler, Gütersloh).

Ranunculus bulbosus – Knolliger Hahnenfuß
Ranunculus bulbosus, ist eine Arznei, die mit über 3000 Einträgen in den modernen Repertorien vertreten ist, aber dennoch nur reletiv selten verschrieben wird. Es kann eine bemerkenswerte Ähnlichkeit zu Staphisagria bestehen, wie folgende Aussagen belegen:
- Vithoulkas: „Sehr empfindlich, sehr leicht beleidigt und gekränkt.“
- Constantine Hering: „Bei geringer Veranlassung zu Ärger, Zittern der Glieder.“
- Massimo Mangialavori: „Überempfindlich gegen Schmerzen.“
- T.F. Allen: „Beschwerden durch Kränkung oder Demütigung.“
Bemerkenswert ist auch ein starker Bezug zu Nässe, Kälte und Folgen von Unterkühlung nach Schwitzen, wie dies z.B. auch von Rhus-t. bekannt ist. Was für Ranunculus bulbosus typisch ist und worin es sich von den Rhus-t. und den anderen Ranunculaceae unterscheidet, können Sie der Kasuistik von Graziella Sanzo (Saarbrücken) sowie dem Einführungsartikel dieser Ausgabe entnehmen, in dem explizit auf Ranunculus bulbosus eingegangen wird.

Clematis recta (Clematis erecta) – die aufrechte Waldrebe
Ein chronischer Clematis-recta-Fall einer Frau mit mannigfaltigen körperlichen Beschwerden (Obstipation, Rückenschmerzen, Schweißausbrüche, Herzrasen etc.). Ihren Gemütszustand beschrieb die Patientin immer wieder mit Aussagen wie: „... man hängt in der Luft ... Ich habe zweimal den Boden verloren ... man muss ja mal Fuß fassen ... Ich brauche irgendetwas, an was ich mich festhalten kann.“ Clematis recta – die aufrechte Waldrebe – ist eine Kletterpflanze, die den Halt von Nachbarpflanzen oder gespannten Drähten zum sicheren Wachstum benötigt (Behandlerin: Graziella Sanzo, Saarbrücken).

Bismuthum
Den Abschluss bildet der Fall „Jammern und Klammern“ von Marco Riefer (Freiburg), der die Behandlung eines Kindes mit Bismuthum beschreibt. Bismuthum findet sich im Periodensystem zusammen mit Ars. und Phos. in der 15. Gruppe. Besonders mit Ars. und Ant-c. bestehen Gemeinsamkeiten, wie z.B. die ausgeprägte Ängstlichkeit, der große Durst oder das Verlangen, sich an andere anzuklammern.
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