Fall-Rätsel

Fall (Geistige Verwirrung)
Eine 45 jährige Frau kommt zu Dr. B.N. Banerjee aufgrund bereits Monate dauernder Zustände geistiger Verwirrung. Nach Verlust ihres Sohnes vor einiger Zeit traten deutliche Zeichen von Redseligkeit mit albernen Benehmen und Schwindel auf. Am ganzen Körper hatte sie Schmerzen, verschlimmert durch Berührung. Über Kälte der linken und Hitze der rechten Körperseite berichtete sie. Alle Nahrungsmittel sind ihr widerwärtig, da sie alle wie verdorben (faulig) riechen. Im Gesicht fielen ihre weit geöffneten Augen auf. Ignatia wurde erfolglos in mehreren Potenzen verabreicht. Für welche Arznei spricht dieses Symptomenbild ?
(aus Lit: Dr. N.M. Choudhuri, A Study on Materia Medica, Indian Edition)

Fall-Rätsel

2 Fälle: 'Kreuzbeinschmerzen' / 'Nasenspitze juckend'

Fall 1: 'Kreuzbeinschmerzen'
In die Sprechstunde von Julius Mezger schleppt sich ein junger Ingenieur mühsam an 2 Krücken, weil er seit 6 Monaten wegen einer fortschreitenden, lähmenden Schwäche der unteren Gliedmaßen kaum noch gehen kann. In den Knien ist sie besonders ausgeprägt, deutlicher nach Koitus und begleitet von Schmerzen in der Lumbosakralgegend.(< sitzen). Es zeigt sich eine deutliche Minderung der Patellarreflexe. Angesichts dieses so charakteristischen Arzneimittelbildes nennt J. Mezger sofort die Arznei (Metall) und überrascht den Patienten, da dieser mit dem Metall täglich beruflich zu tun hat.

Fall 2: 'Nasenspitze juckend'
Eine junge, äußerst sensible Frau mit innerer Ruhelosigkeit erzählte J. Mezger von ihrer unausstehlich juckende Nasenspitze. Sie meinte, dass es vielleicht die Nerven machten.
Ein anderer männlicher Patient (Schneider, schlank, Mitte 30) hatte das gleiche unausstehliche Jucken an der Nasenspitze, dazu noch mit ständigen Niesen verbunden. Seine weitere Symptomatik ließ an ein Ulcus duodeni denken. Er arbeitete kaum noch mit der Nadel (Schneider), dafür umso intensiver mit der Nase.
Beiden Patienten wurde mit einer Arznei geholfen.
(Lit.: Mezger, J./ Fröhlich, U., Gesichtete homöopathische Arzneimittellehre, 13. Auflage 2017)

Fall-Rätsel

'Akuter allergischer Schub (Farmerlunge)'
Im März 1992 kommt ein 33 jähriger Mann wegen seiner seit 1981 bestehenden exogen-allergischen Alveolitis (Farmerlunge) zu K.J. Müller. Während der akuten Schübe wurde er bisher mit Cortison behandelt. Im März 1992 kommt es zu einem ausgeprägten Asthmaschub nach Allergenkontakt (Heuschimmelpilze). Der Patient arbeitet in der Landwirtschaft und gibt seine Beschwerden knapp aber präzise an.
- Extreme Luftnot, bei kleinen Anstrengungen das Gefühl, "als seinen Hals und Bronchien zu."
- Drückender Kopfschmerz von der rechten zur linken Schläfe, "wie eine Drahtspange über die Stirn".
- Stechen wie ein Messer an der rechten Niere.
- Stechende Schmerzen im Brustkorb
- Das Herz klopft "fester".
- Allgemeine Schlappheit und Abgeschlagenheit.
Nach Gabe von ??? war die Atemnot nach 1 Woche so gut wie verschwunden.
(Lit: verkürzt aus Archiv für Homöopathik Bd.2, 1993)

Homöo-Rätsel

Fall: Heuschnupfen
Ein 37jähriger Mann leidet seit Jahren an Heuschnupfen. Diesen Sommer haben sich plötzlich juckende Quaddeln auf der Haut gebildet, die in ein trocknes Ekzem übergegangen sind. Dazu kamen noch nächtliche spastische Reizhustenanfälle mit Beklemmung auf der Brust und Auswurf von glasigem Schleim., die bei Wetterwechsel und nach Verzehr von frischem Obst verstärkt auftraten.
Aus der Vorgeschichte ist eine Tonsillektomie vor 3 Jahren wegen chronisch vereiterter Mandeln bekannt. Sein Vater erkrankte im Alter an Asthma bronchiale. Sein auffallendes Symptom war ein schwächender Durchfall mit Übelkeit, der nach den spastischen Hustenattacken auftrat. Nach der Verabreichung der Arznei in der Q 6 besserten sich seine Beschwerden innerhalb von 4 Wochen fast vollständig. Welche Arznei kam hier zum Einsatz?
(A. Wegener, KH 39, 6 (1995).

Fall-Rätsel

Fall (Gastritis u. Heuschnupfen)
Eine 36 jährige Frau klagte schon seit Jahren über brennende Magenschmerzen einige Zeit nach dem Essen. Fett (Sodbrennen) und Milch (Durchfall) verträgt sie nicht gut.. Sie trinkt lieber warme Getränke als kalte. Auch das Zimmer hat sie gern gut warm. Früher erwachte sie öfter nachts mit Hunger. Manchmal hat sie das Bedürfnis nach einem alkoholischen Getränk.
Ihre Ehe ist schlecht, viel Ärger, den sie hinunter schluckt, damit es keinen Streit gibt. Dadurch kommen dann aber auch die Magenschmerzen. Sie schläft dann auch schlecht.
Zur Vorgeschichte erfährt Dr. Leers , dass sie nach der Geburt ihres 2. Kindes eine Mastitis gehabt habe und seitdem (10 Jahre) auch an Heuschnupfen mit viel Niesen und Erstickungsgefühl leidet, und zwar nicht nur zur Zeit der Gräserblüte, sondern schon lange vorher.
Die Zunge ist grau belegt, der Magen druckschmerzhaft und gebläht. Bei der Untersuchung fällt auf, dass sie sehr kleine Brüste hat, obwohl sie sonst nicht mager ist.
Ein Mittel schien zugleich auf die Gastritis und auch auf den Heuschnupfen zu passen

Homöo-Rätsel

Fall: Fieber Delir
Eine besorgte Mutter ruft am 23.10.1989 bei Dr. W. Klunker an. Das 4 jährige Mädchen sei am Abend vorher an Kopf- und Bauchschmerzen sowie an Fieber von 39,5° erkrankt. In der Nacht Schlaflosigkeit, dazwischen Delirien, in denen sie von Schlangen bedrängt wurde. Heute morgen 39,3°.
(Lit. aus ZKH, Bd. 35 (1991)
Welche Arznei half innerhalb weniger Stunden? (Bell., Hyos, Stram., Op.waren es nicht.)

Fall-Rätsel

Fall (Trigeminusneuralgie)
Eine 40 jährige Frau litt seit einem Jahr an linksseitiger Trigeminusneuralgie und kam 1986 in die Praxis von Hans Leers. In dem Jahr kamen die Schmerzen bereits 10 Wochen lang bis zu 6 mal am Tag. Sie strahlten bis zum linken Auge aus (mit Tränenfluss), ausgelöst durch Sprechen, Lachen oder Naseputzen. Sie setzten plötzlich ein und nahmen dann wieder langsam ab (auch ohne Analgetika). Das Gesicht war dabei gerötet. Außerdem klagte die Patientin über nächtliche Krämpfe in den Zehen. Eine Ursache der Gesichtsneuralgien war nicht bekannt. Sie kann nur sagen, dass sie täglich im Gefrierhaus zu tun hat. Wenn Sie morgens einen Eimer trägt, wird ein Finger blau und schwillt an. Die Finger "sterben" zeitweise auch ab; reiben bessert dann.
Sie bekam gleich das richtige Mittel in C30 (Glob.). Nach 4 Wochen sagte sie: "Gegen vorher ist das gar nichts mehr." Auch der Finger wurde nicht mehr blau und taub. 3 Monate später traten ihre Beschwerden wieder auf. Daraufhin bekam sie die Arznei in der D500 und ein Monat später wieder in der C30. Seitdem ist alles gut - keine Gesichtsschmerzen mehr! Ihrer Tätigkeit im Gefrierhaus kann sie ohne Beschwerden nachgehen.
Welche Symptome führten Hans Leers zur helfenden Arznei und welche war es?
(Lit.: Hans Leers, Einfache Homöopathie in Fallbeispielen, Band 1 - Leider vergriffen)

Fall-Rätsel

Fall: "Ischias im linken Bein"
Ein 48 jähriger Tischler leidet nach Arbeit bei kaltem Wetter bereits 3 Tage lang an ziehenden Schmerzen im linken Bein. Dieser Schmerz beginnt im Gesäß und erstreckt sich über den hinteren Oberschenkel in die Knieregion bis in die Wade. Besser wird der Schmerz beim ruhigen Liegen mit ausgestreckten Bein und beim langsamen Gehen, beim Sitzen ist es unerträglich.
Rhus tox. und Puls. brachten (nätürlich) keine Besserung. Alles wurde im Laufe von 2 Tagen nur schlimmer, die einzige Besserung hatte er noch in liegender ruhiger Position. Nach einer einzigen Dosis der Arznei (Potenz: CM) ließen die Schmerzen in 2 Stunden erheblich nach und verschwanden nach 1-1,5 Tagen vollständig.
(Lit: Lutze, F.H.: The Therapeutics of Facial & Sciatic Neuragias)

Homöo-Rätsel

Fall: Gallenschmerzen
C.M. Bogers Fallbeschreibungen sind kurz und doch sehr lehrreich.
Er beschreibt seine Patientin wie folgt:
- Starke brennende Schmerzen in der Region der Gallenblase, die sich bis zum linken Schulterblatt ausbreiten mit Besserung durch Liegen auf dem Bauch
- Empfindung wie eine Fremdkörper (Klumpen = lump) unter dem Brustbein (Sternum),
- Weißer Belag im Mund (schaumartig)
- Die Stühle waren schwarz und stinkend.
- Blutende hervortretende Hämorrhoiden
- Nägel sehr dünn, gespalten und schwärzlich gefärbt
- Trockne Haut
- Anämisch, abgemagert, große Schwäche
- Verschlechterung durch Kleiderdruck und durch Fett.

Mit welcher Arznei konnte C.M. Boger seinem Patienten nachhaltig helfen?
(aus C.M. Boger: Collected Writings, edited by R. Bannan)

Homöo-Rätsel

Atrophische Pharingitis (nach C. M. Boger, Clinical cases 1922/23)
Die Patientin hatte vor 3 Jahren Grippe, seit der Zeit ist der linke Trapezius-Muskel kontrahiert. Weiterhin liegt ein seltsamer, erschaudernder, kriechender Schmerz im oberen Hinterkopf, der sich zur Stirn und den Rücken herunter ausbreitet. Die Stirn fühlt sich zusammengezogen an. Brennende Stellen auf dem Kopf, die herumwandern. Zucken hier und da nachts. Weitere Symptome sind
- wenig Milch beim Stillen
- kratzendes Gefühl in den OIhren
Der Rachen sieht glasiert aus und fühlt sich nach einer Klette auf einem trockenen Fleck darin an, zuerst auf der einen Seite, dann auf der anderen.
- Übelgelaunt, reizbar und besorgt über ihren Zustand.
- Geräusche verschlimmern.
(Winter, Norbert: Der Schlüssel zu C.M. Bogers "Synoptic key")

Fall-Rätsel

Fall: Chronische allergisch-vasomotorische Rhinitis (Heuschnupfen)
Am 2.8.84 kam ein 19jähriger Schüler zu Hans Leers in die Praxis mit der Angabe, seit Jahren im Juni an sehr lästigem Heuschnupfen zu leiden. Die Nase läuft dann stark und ist mal rechts, mal links verstopft und wird beim Schneuzen nur für kurze Zeit frei. Er muss bis 15 mal hintereinander niesen. Dabei jucken und tränen die Augen und sind lichtempfindlich; die Lider sind angeschwollen. Auch der Gaumen juckt dann sehr. An sonstigen Beschwerden wird angegeben allgemeine Müdigkeit, besonders nach dem Essen, Neigung zu Schweißen, zeitweiliges Stechen in der Herzgegend.
(aus AHZ, 06/1986, S. 247 "Ein Fall von Heuschnupfen" von Hans Leers)

Fall-Rätsel

Fall: Neuralgische Schmerzen
Eine junge Frau klagte über heftige neuralgische Schmerzen. Nach mehreren homöopathischen Arzneien (ohne Besserung) änderte sich der Charakter der Schmerzen. Der Schmerz breitete sich vom linken Augapfel zum Hinterkopf (links) aus, als ziehe eine Schnur von Augapfel zum Hinterkopf.
Dieses Symptom erinnerte Dr. H.N. Martin an ein ähnliches Symptom; als ziehe eine Schnur von der Brustwarze zum Rücken, mit Schmerz in der Brustwarze, wenn das Kind daran saugt. Auf Grundlage dieser Analogie entschied er sich für die Gabe von ...?...(Arznei).
Wenige Stunden später verschwanden die neuralgischen Schmerzen vollständig (keine Rückkehr seit 10 Tagen).
(Lit: Choudhuri, Dr. N.M.: A Study on Materia Medica)

Fall-Rätsel

Fall (Bauchschmerzen, Kolikartig)
Ein Patient kommt zu Dr. S.R. Phatak mit Anfällen von heftigen Bauchschmerzen. Vor den Schmerzanfällen beginnt es mit Stuhldrang, dann beginnen die Schmerzen, die auch nach dem Stuhlgang nicht besser werden, Verschlimmerung am Abend zwischen 21 und 22 Uhr. Während der Schmerzen muss der Patient umherlaufen, obwohl die Bauchschmerzen dadurch nicht besser werden.
Einem andereren Patient mit Nierenkollik konnte Dr. Phatak ebenso helfen. Auch dieser musste während der Schmerzen unbedingt umhergehen und zeigte ein weiteres Charakteristikum der heilenden Arznei, nämlich eine Verbesserung durch Rückwärts strecken.
(Lit:: Phatak, Dr. S.R.: Clinical Experiences (engl. Indian Ed.)

Fall-Rätsel

Fall: "Hartnäckige Bronchitis"
Zu Dr. Pietro Gulia kam im kühlen verregneten Mai ein 42 jähriger Mann in die Praxis, der bereits Thuja und Sulphur wegen Warzen an Händen und Füßen von ihm bekam. Nun stellt er sich vor mit einem hartnäckigen Husten, den er seit einigen Tagen hat. Er nahm schon selbst Bryonia und danach Spongia tosta ohne dass sich seine Beschwerden besserten.
Er beschrieb seinen Husten wie folgt: Trockener Husten, morgens gelbliches Sputum mit säuerlichem Geschmack im Mund. Kein Fieber aber beträchtliche Schwäche, Verlangen nach warmen Getränken, außer Kaffee, weil sein Husten sich schon beim Geruch von Kaffee verstärkt. Kalte Luft mag er nicht , sie verschlimmert auch seinen Husten.
Schöne Hustensymptome ... und welche Arznei war rhilfreich?
(Lit: The Homoeopathic Physician, vol.1 fFebruary 2020, edited by Dr. Renzo Galassi)

Fall-Rätsel

Fall: "Folgekrankheit der Grippe"
C.v. Bönninghausen berichtet in seinen kleinen medizinischen Schriften (Hrsg. K.-H. Gypser 1984)
Ein früher gesunder Mann von 52 Jahren bekam die Grippe (Schnupfenfieber") in hohem Grade und wandte sich an einen Arzt der älteren Schule, welcher ihn mehrere Monate behandelte, unter steter Zunahme des Unwohlseins und fortwährendem Auftreten neuer Beschwerden zu den alten.
Außer den gewöhnlichen Erscheinungen des, noch immer vorhandenen "Schnupfenfiebers", klagte er nun auch über stetes Gefühl eines Pflocks im Halse, Brennen in der Herzgrube, welches sich bis in die Milzgegend erstreckte, nach jedem Essen schlimmer. Brennen zwischen den Schulterblättern, Zucken und Schütteln in den Gliedern, und Unvermögen, die Hände zuzumachen. Am 19. August 1836 erhielt er von mir eine Gabe Nux vom C30 und 8 Tage darauf eine Gabe Ars. alb. C30, wonach sich das eigentliche Schnupfenfieber ganz verlor und allgemeine Besserung erfolgte.
Am 10. Oktober klagte er zuweilen noch über eintretendes Brennen und Kriebeln in der geschwollenen Herzgrube, mit gleichzeitigem Gefühle, wie von einem Pflock im Halse, über Steifigkeit der Haut und Finger und seitdem entstandenen Jucken über den ganzen Köper, durch Kratzen verschlimmert, wobei ich erfuhr, dass er in der Jugend die Krätze gehabt und verrschmiert hatte. Er erhielt von mir 2 Gaben ___??? C30___ und eine Zwischengabe ___??? C60___, alle Tage eine zu nehmen, wonach bis zum 15. November sämmtliche Beschwerden dauerhaft verschwanden.
Welche Arzneien setzte C.v. Bönninghausen ein?


Fall-Rätsel

Fall 1: (Dyspepsie)
Heftige Magenschmerzen; zuweilen scheint der Schmerz im Magen lokalisiert zu sein, dann wieder in der Brust; stets gebessert durch Hinlegen; vermehrt durch Umhergehen;
Verstopfung; öfter jedoch erfolgloser Stuhladrang; nächtliche Schlaflosigkeit; kann in keiner Stellung Ruhe finden. Die Schmerzanfälle treten ein- oder zweimal täglich auf; im Verlauf der Erkrankung hat sich ein kleines Karbunkel am Nacken, über der Wirbelsäule, gebildet.
Mit der Arznei X, wiederholt alle 6 Stunden, linderte Dr. W.E. Payne die Schmerzanfälle sofort bis zur Schmerzfreiheit nach 1 Woche.

Fall 2: (Influenza)
Vom gleichen homöopathischen Arzt erhalten wir einen weitere klinische Beobachtung aus der täglichen Praxis. Dr. W.E. Payne berichtet von einer Grippeepidemie, bei der begleitend beträchtliche Heiserkeit oder eine vollständige Aphonie zugegen war, bei der die Arznei Y schnell heilte.
(beide Fälle aus Lit: Temple S. Hoyne, Praxis der homöopathischen Heilkunst)

Fall-Rätsel

Fall: Pleuritis

J.C. Burnett beschreibt in seinem Buch "50 Gründe, ein Homöopath zu sein" seine eigene Leidensgeschichte.
Als ich noch ein junger Mann war, hatte ich eine linksseitige Pleuritis, und mit Hilfe des Dorfapothekers und etlicher Liter einer obskuren Mixtur wäre ich fast ins Jenseits befördert worden. Seit dieser Zeit litt ich an einer dumpfen, unangenehmen Empfindung in meiner Brustseite, wegen der ich viele berühmte Ärzte konsultierte - aber helfen konnte mir niemand.
Alle stimmten überein, dass es sich um eine alte Adhäsion zwischen der viszeralen und parietalen Pleura handeln müßte, aber niemand konnte sie zum Verschwinden bringen.
Als ich aber studierte, was diese sonderbaren Leute, Homöopathen genannt, über die Arznei XY und seine Affinität zu den serösen Häuten zu sagen hatten, kaufte ich XY und innerhalb von 2 Wochen war meine Brustseite gesund und sie hat mir seither nie wieder Beschwerden gemacht.
Dies lieber Kollege ist mein 2. Grund, Homöopath zu sein; und wenn ich jemals aufhören sollte, dem verehrten alten Hahnemann für seine Arznei XY dankbar zu sein, so möge mein altes Pleuraleiden wiederkehren, um mich an die Wahrheit seiner Lehre zu erinnern.

M.L. Tyler ergänzt in Ihrer Arzneimittellehre:
"Aus Obengesagten ersehen wir, dass XY nicht nur ein wichtiges Mittel bei akuter Pleuritis ist, sondern dass es auch die chronischen Zustände heilen kann, die gelegentlich nach einer Pleuritis zurückbleiben.
Welcher Arznei haben wir nun zu verdanken, dass J.C. Burnett gesundete und er für die Homöopathie noch so viel entdecken konnte?

Fall-Rätsel

3 Fälle von Halsschmerzen
Der Homöopath E.P. Anshutz berichtet von 3 Fällen, die sich durch folgende charakteristischen Symptome bei Halsschmerzen auszeichneten.
1. Schmerz und Membran von einer Seite zur anderen wechselnd
2. Steifheit des Nackens und der Zunge
3. vermehrter Speichelfluss
4. Abwesenheit von Erschöpfung
5. Schmerzart " als würde der Hals wund gebrannt"
Symptom 1 ist sicher das bekannteste und häufig schon wahlanzeigende Symptom für..(?).. Doch E.P. Anshutz ergänzt dieses Symptom um weitere typische Merkmale.
(Lit.: E.P. Anshutz: Neue, alte und vergessene Mittel)
Homöopathie und Rationalität
Medizin zwischen Empathie und Objektivismus

Das Programm Galileis alles zu messen, was messbar ist, und messbar zu machen, was noch nicht messbar ist, hat in den letzten zwei Jahrhunderten die Medizin in einer Weise und in einem Ausmaß transformiert, dass heute weltweit unter wissenschaftlicher Medizin wie selbstverständlich Quantifizierbarkeit, Reproduzierbarkeit und Standardisierbarkeit verstanden wird. Was sich nicht objektivieren, das heißt maschinell erfassen, verarbeiten und auswerten lässt, wird von der modernen evidenzbasierten Mainstream-Medizin nicht wirklich wahrgenommen, geschweige denn behandelt. Trotz ihrer Erfolge und Unentbehrlichkeit bei bestimmten Indikationen fühlen sich dabei aber immer mehr Patienten unverstanden und übergangen und suchen ihr Heil in alternativen Therapiemethoden.

Wenn Menschen aber mehr sind als die Summe ihrer Messwerte und über je eigene subjektive, seelisch-geistige Dimensionen verfügen, zeigt sich beim Versuch ihrer wissenschaftlichen Erfassung das Ungenügen einer bloß naturwissenschaftlich ausgerichteten Rationalität. Empfindungen, Leiden und Sehnsüchte eines Menschen lassen sich nicht durch Maschinen, sondern nur von mitempfindenden, mitleidenden und mitsehnenden Menschen wahrnehmen und innerhalb des jeweiligen Lebenskontextes und Sinnzusammenhangs verstehen und bewerten. Die dazu erforderliche Empathie erweist sich in der Medizin als notwendige und unerlässliche Bedingung einer ganzheitlichen Anamnese, wenngleich sie allein noch keine wirksame Therapie garantiert. Statt ganz in seinem Mitgefühl aufzugehen, muss der Therapeut stets auch eine gewisse Distanz zum Patienten wahren, um gezielt und rational entscheiden und Hilfe leisten zu können.

Im Gegensatz zur konventionellen Medizin wie auch zur Psychologie und Psychosomatik ist die Homöopathie in der privilegierten Situation, in ihrer Theorie beide Aspekte abzudecken. Hahnemanns rationale Methodik einer experimentellen Pharamakotherapie und seine Anweisungen an den ärztlichen Beobachter zur vorutreilsfreien und empathischen hermeneutisch-phänomenologischen Erfassung des individuellen Patienten einschließlich seiner gesundheitlichen Entwicklung sind gleichermaßen bestimmend für die homöopathische Heilkunst. In der Positionierung gegenüber normativen Geltungsansprüchen der prädominanten studien-, statistik- und ökonomiebasierten Schulmedizin täten Homöopathen gut daran, diese ihre methodische Stärke wirkungsvoller zu vertreten.

(Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie, WissHom, 2013)